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12.06.2026
Hergovich an LGA: Der Feudalismus ist abgeschafft!

„Der Bericht der Tageszeitung Österreich über eine bevorzugte Vergabe von KPJ-Plätzen an Studierende von Privatuniversitäten ist alarmierend und völlig inakzeptabel. Falls Studierende von Privatuniversität bereits eine Woche vor den Studierenden der Medizinischen Universität Wien auf die begehrten KPJ-Plätze zugreifen können, dann ist das eine klare Benachteiligung von Studierenden öffentlicher Universitäten“, reagiert Kontroll-Landesrat Sven Hergovich auf Medienberichte über das neue Online-Anmeldesystem für das Klinisch-Praktische Jahr (KPJ).
Betroffen dürfte die Klinik-Standorte Tulln, St. Pölten, Krems, Wiener Neustadt, Neunkirchen und Hochegg sein. Durch die exklusive Voranmeldephase drohe, dass zahlreiche Plätze bereits vergeben seien, bevor Studierende der österreichischen MedUnis überhaupt die Möglichkeit zur Anmeldung erhalten.
„Schon wieder ein Skandal der Landesgesundheitsagentur. Eine privilegierte Anmeldeschiene für Privatuni-Studierende ist durch nichts zu rechtfertigen. Falls es der LGA entgangen ist, der Feudalismus in Österreich ist abgeschafft. Einmal mehr zeigt sich, dass die LGA mehr Probleme schafft als löst. Wer Medizin an einer öffentlichen Universität studiert und später im öffentlichen Gesundheitssystem arbeiten möchte, darf nicht gegenüber Studierenden von teuren Privatuniversitäten benachteiligt werden“, so Hergovich.
Besonders kritisch sieht Hergovich die Auswirkungen auf Niederösterreich: „Alleine 900 Studierende der Medizinischen Universität Wien kommen aus Niederösterreich. Ihnen wird durch diese Vorgangsweise der Zugang zu wichtigen Ausbildungsplätzen im eigenen Bundesland erschwert. Das ist das genaue Gegenteil einer vorausschauenden Gesundheitspolitik.“
Der Landesrat fordert die schwarz-blaue Landeskoalition auf, die geplante Sonderregelung umgehend zurückzunehmen und für eine faire Vergabe der Ausbildungsplätze zu sorgen. „ÖVP und FPÖ müssen diesen Irrsinn sofort stoppen und sicherstellen, dass alle Studierenden gleichbehandelt werden. Ausbildungsplätze im öffentlichen Gesundheitswesen dürfen nicht nach dem Prinzip vergeben werden, wer die teurere Universität besucht.“
Abschließend kündigt Hergovich Unterstützung für betroffene Studierende an: „Sollte im Herbst jemand keinen KPJ-Platz erhalten, weil Studierende öffentlicher Universitäten durch dieses System zurück gereiht wurden, können sich die Betroffenen gerne an mich wenden. Eine rechtliche Prüfung und gegebenenfalls auch eine Klage wegen einer offensichtlichen Ungleichbehandlung würde ich unterstützen. Niederösterreich braucht in Zukunft mehr Ärztinnen und Ärzte im öffentlichen Gesundheitswesen – und keine Hürden für jene, die dort arbeiten wollen. Die Landeskoalition aus ÖVP und FPÖ muss das LGA-Chaos endlich in den Griff bekommen“, schließt Hergovich.
Bevorzugung von Privatuni-Studierenden bei KPJ-Plätzen sofort beenden. Landesrat fordert Gleichbehandlung aller Medizinstudierenden.

