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10.06.2026

Gemeindebäder in Gefahr: SPÖ NÖ fordert Tiroler Modell für NÖ

Aktuelle Beispiele aus niederösterreichischen Gemeinden zeigen, wie dramatisch die Lage bei den Gemeindebädern ist: In Krumbach öffnet das Freibad 2026 erstmals ohne Eintritt – nicht aus Großzügigkeit, sondern weil kein qualifiziertes Aufsichtspersonal mehr gefunden werden kann. Und in Pulkau musste der Gemeinderat die Schließung des fast 60 Jahre alten Sonnenwaldbades beschließen – erst eine Unterschriftensammlung und ein neu gegründeter Förderverein retteten das Bad.

 

„Wenn ein Freibad in Niederösterreich zusperrt, verschwindet nicht nur ein Becken mit Wasser – dann reißt es ein Stück soziale Infrastruktur aus dem Herzen unserer Gemeinden“, weiß Kontroll-Landesrat und SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich.

 

Während die schwarz-blaue Landes-Koalition aus ÖVP und FPÖ in Niederösterreich die Ohren verschließt, hat das Land Tirol 2024 nach einer unabhängigen Bäderstudie den österreichweit einzigartigen „Tiroler Bädertopf“ mit 75 Millionen Euro beschlossen – finanziert zu zwei Dritteln vom Land, zu einem Drittel von Gemeinden und Tourismusverbänden. Davon sind 50 Millionen Euro für Neubauten und Sanierungen vorgesehen, 25 Millionen für laufende Betriebsbeiträge. Hallenbad-Neubauten werden mit bis zu 55 Prozent der förderbaren Kosten gefördert, Freischwimmbad-Sanierungen mit bis zu 20 Prozent. Ein eigener Bäderbeirat sorgt für transparente Vergabe. Im Schuljahr 2024/25 profitierten davon allein rund 29.000 Kinder und Jugendliche.

 

Bei der NÖ-Plan-Erstellung habe man sich genau angesehen, was in anderen Bundesländern gut funktioniert betont Hergovich: „Viele Dinge muss man nicht neu erfinden. Die funktionieren in einem anderen Bundesland schon. Jetzt muss nur noch Schwarz-Blau in die Gänge kommen und diese Best-Practice-Beispiele auch nach Niederösterreich holen. Tirol zeigt was möglich ist – auch bei uns. ÖVP und FPÖ müssen endlich handeln.“

 

Die vier Forderungen der SPÖ NÖ:

  1. Sofortiger Auftrag für eine landesweite NÖ-Bäderstudie 2026
  2. NÖ-Bäderfördermodell bis Ende 2026 nach dem Vorbild Tirols
  3. Kurzfristige Notfallunterstützung für akut gefährdete Gemeindebäder
  4. Leistbarer Zugang für alle – keine sozialen Ausschlusszonen durch Preisexplosion oder Zeitkürzungen


Krumbach findet kein Personal mehr, in Pulkau rettet ein Verein das Freibad ehrenamtlich: SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzender Sven Hergovich fordert ein eigenes NÖ-Förderprogramm nach dem Vorbild des Tiroler Bädertopfes.