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23.07.2020

SPÖ Niederösterreich fordert gerechte Pensionen

SPÖ Niederösterreich fordert gerechte Pensionen

Frauen bekommen etwa die Hälfte der Pension von Männern.

Equal Pension Day in den Bundesländern:

Vorarlberg: 7.7.2020

Oberösterreich: 11.7.2020

Tirol: 20.7.2020

Burgenland: 23.7.2020

Steiermark: 24.7.2020

Niederösterreich: 27.7.2020

Salzburg: 29.7.2020

Kärnten: 4.8.2020

Wien: 2.9.2020


In Österreich ist der Equal Pension Day am 30. Juli, in Niederösterreich bereits am 27. Juli. „Das bedeutet, dass in Niederösterreich die Pensionistinnen noch weniger Pension bekommen als im gesamten Durchschnitt“, erklärt die sozialdemokratische Landesfrauenvorsitzende, LAbg. Elvira Schmidt. Ab dem 27. Juli gehen die niederösterreichischen Pensionistinnen quasi leer aus.


Hauptursache sind die Lohnunterschiede und die ungerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Etwa jede zweite Frau arbeitet Teilzeit, um Beruf und Familie zu vereinbaren. Dazu kommen Karenzzeiten und Pflege von Angehörigen.


Bei der Anrechnung der Karenzzeiten hat sich die SPÖ im vergangenen Jahr durchgesetzt: Sie werden voll angerechnet, bis zu 24 Monate – also so lange, wie man einen Rechtsanspruch auf Karenz hat. Das verbessert nicht nur die Einkommen der Frauen, sondern insbesondere die Pensionen. Jetzt muss es rasch weitergehen!,

erklärt Schmidt. In allen Bundesländern wird es Aktionen der SPÖ Frauen geben, um auf die Gehalts- bzw. Pensionslücke aufmerksam zu machen, sagt Schmidt: „Wenn einigen am #EqualPensionDay nichts anderes einfällt, als die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern kleinzurechnen, kann ich nur sagen: Jeder Cent ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Und es geht hier um viele, viele Euros.“ Ihre Forderung: „Wir kämpfen, bis gilt: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit!“


Die SPÖ fordert:

  • Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei
  • Lohntransparenz nach dem Vorbild Islands
  • kürzere Vollzeit
  • Rechtsanspruch auf einen ganztägigen gratis Kinderbetreuungsplatz
  • Erhöhung der Anrechnung von Kindererziehungszeiten: 50 Euro mehr Pension jeden Monat


Zwt.: Schnabl – gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit

Frauen bekommen im Durchschnitt rund 43 Prozent weniger Pension als Männer.

Für SPÖ NÖ-Landesparteivorsitzenden LHStv. Franz Schnabl ist klar, dass Frauen und Männer in der Arbeitswelt gleichgestellt werden müssen – Stichwort: Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit:

Damit erhöht sich automatisch die Pension. Ein gutes Leben muss sich für alle in jedem Lebensabschnitt ausgehen.


Er bekräftigt die langjährigen Forderungen nach Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um Eltern die Möglichkeit zu geben, Vollzeit zu arbeiten:

Ein flächendeckendes, kostenfreies Kinderbetreuungsangebot – auch am Nachmittag – ist unabdingbar. Diese Wahlfreiheit muss für alle Familien gegeben sein – jeder muss für sich selbst entscheiden, wieviele Stunden sie/er arbeitet.

Außerdem müsse die Aufteilung von Erziehung und Pflege gerecht zwischen Mann und Frau aufgeteilt sein und daher Väterkarenz verstärkt ermöglicht werden.


Schnabl weist darauf hin, dass Island seit rund zehn Jahren Spitzenreiter bei der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen ist: „Im Gehalt gibt es keinen Unterschied – nirgendwo ist der Lohnunterschied bei gleicher Arbeit so gering wie dort.“ In Island gebe es bereits ein Gesetz, das es Unternehmen verbietet, Frauen und Männer mit vergleichbaren Jobs ungleich zu bezahlen: „Es ist weltweit das erste dieser Art. Unternehmen mit mehr als 25 MitarbeiterInnen müssen nachweisen, dass Frauen und Männer gleich viel für die gleiche Arbeit bekommen. Und das Gesetz zeigt Wirkung: Der Gender-Pay-Gap, also der Unterschied im Gehalt bei vergleichbaren Jobs, macht in Island gerade einmal fünf Prozent aus. In Österreich ist er vier Mal so groß“, weiß Schnabl. Ziel ist es in Island, dass der Unterschied bis zum Jahr 2022 völlig verschwinden soll.

Es ist die große Aufgabe unserer Generation für gleiche Gehälter zwischen Männern und Frauen und in Folge für gleiche Pensionen zu sorgen,

erklärt Schnabl abschließend.


Zwt.: Hundsmüller – Lohnschere schließen

Ein rasches Schließen der Lohnschere, die derzeit bei rund 20 Prozent liegt, fordert der SPÖ-Klubobmann LAbg. Reinhard Hundsmüller, SPÖ-Bezirksvorsitzender in Wiener Neustadt:

Es kann nicht sein, dass Frauen bei gleicher Arbeit viel weniger Lohn bekommen. Ist die Lohnschere geschlossen, wirkt sich das positiv auf die Pensionen aus.

Die vollständige Lohntransparenz, ein wichtiges Instrument, um der Ungerechtigkeit bei der Bezahlung ein Ende zu setzen, muss auf allen Ebenen rasch eingeführt werden, sagt er: „Wenn das nicht funktioniert, dann müssen auch Konsequenzen angedacht werden.“


Hundsmüller plädiert für eine Pensionsreform, „bei der Pflege und Kinderbetreuung aufgewertet werden. Damit könnten wir einen Riesenschritt in Richtung gerechte Pensionen setzen.“ Für ihn sei die Pensionslücke ein Zeichen dafür, dass die bisherigen Gesetze „ins Leere laufen, die Frauen eigentlich bessere Chancen am Arbeitsmarkt bringen sollten. Wenn wir über niedrige Pensionen reden, müssen wir dort ansetzen, wo sie entstehen – im Arbeitsleben. Es zeigt sich ganz deutlich, dass die hohe Teilzeitquote bei Frauen die weibliche Altersarmut befeuert.Zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie „gehören familienfreundliche Arbeitsmodelle und Arbeitszeiten nicht nur für Mütter, sondern ebenso für Väter“, erklärt Hundsmüller.


Zwt.: Spenger – Altersarmut von Frauen verhindern

Wiener Neustadts SPÖ-Vizebürgermeister Dr. Rainer Spenger erklärt, dass Maßnahmen gesetzt werden müssen, um faire Pensionen für Männer und Frauen zu ermöglichen und um die Altersarmut bei Frauen zu verhindern. „Sie sind davon am meisten betroffen“, weiß er aus seiner Arbeit in Wiener Neustadt. Oft treffe er auf Frauen, die sich ihr Leben in der Pension nur schwer bzw. ohne fremde Hilfe gar nicht leisten könnten. Altersarmut könne nur durch ein gerechtes Einkommen und kontinuierliche Beschäftigungszeiten vorgebeugt werden.

Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, für die wir uns seit langem einsetzen und auch weiter einsetzen werden,

sagt er. In Wiener Neustadt gibt es 19 öffentliche und sieben private Kindergärten mit Öffnungszeiten von 7 bis 16 Uhr, wobei einige Einrichtungen Öffnungszeiten von 6:45 bis 17:00 Uhr anbieten.