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16.07.2021

SPÖ fordert eine Anstellung pflegender Angehöriger – ÖVP blockt weiter ab

Mit Unverständnis nimmt der Klubobmann der SPÖ NÖ, LAbg. Reinhard Hundsmüller, zur Kenntnis, dass sich ÖVP-Klubobmann August Wöginger heute im Ö1-Morgenjournal gegen eine Anstellung pflegender Angehöriger ausgesprochen hat.


ÖVP-Wöginger wurde mit den Worten zitiert, dass man in ländlichen Gebieten einen Anteil von über 80 Prozent habe, wo zu Hause gepflegt und betreut wird und man dies „mit einer Anstellung nicht zerstören“ darf. Für Klubobmann Hundsmüller ist diese Argumentation völlig unverständlich: „All jenen Angehörigen, welche ihre Liebsten zu Hause pflegen, fehlt bis dato die arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Absicherung bei einem gleichzeitigen Einkommen zur Finanzierung des Lebensunterhaltes. Sie können somit keine Beitragszeiten für die spätere Pension erwerben und eine Altersarmut ist vorprogrammiert. Dass die ÖVP – sowohl in Niederösterreich als auch im Bund – ihre Denkweise partout nicht ändern möchte, ist für die Betroffenen ein schwerer Schlag. August Wöginger rate ich, sich bei Oberösterreichs Landeshauptmann Stelzer zu erkundigen, wie ein derartiges Modell in einem ÖVP-regierten Bundesland umgesetzt werden kann. Gleichzeitig möchte ich mich bei SPÖ-Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer für ihren unermüdlichen Einsatz im Sinne der Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen bedanken!“


Hundsmüller zeigt sich abschließend davon überzeugt, dass in naher Zukunft eine Anstellung pflegender Angehöriger auch in Niederösterreich möglich sein wird: „Der Druck aus den umliegenden Bundesländern wird auf die ÖVP NÖ zunehmend größer! Im Burgenland hat sich das Modell bereits bewährt, Oberösterreich startet wie bereits erwähnt im September ein derartiges Pilotprojekt und auch Wien steht laut Stadtrat Peter Hacker in den Startlöchern für eine Umsetzung. Wir sind davon überzeugt, dass wir den betroffenen pflegenden Angehörigen mit dem SPÖ-Modell eine wesentliche Stütze in ihrem Leben bieten und mittelfristig auch mehr – dringend benötigtes – Personal für den Pflegeberuf gewinnen können!“



Information zum SPÖ-Modell zur Anstellung pflegender Angehöriger:

Start des Pilotprojekts soll spätestens im Herbst dieses Jahres sein, der Projektzeitraum sollte etwa drei Jahre betragen und laufend einer begleitenden Evaluierung unterzogen werden. Das Modell soll anschließend flächendeckend in Niederösterreich ausgerollt werden.

Für das Pilotprojekt sollen bis zu 500 pflegende Angehörige bei der NÖ Landes-Gesundheitsagentur, oder einer zu gründenden Tochtergesellschaft, angestellt werden. Dadurch erhalten diese Personen erstmals eine arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Absicherung für diese wichtige Tätigkeit. Dazu erforderlich ist eine verpflichtende Grundausbildung im Umfang von 150 Stunden (Anm.: 100 Stunden Theorie, 50 Stunden Praxis). Diese Grundausbildung soll auf eine allfällige Pflegeassistentenausbildung angerechnet werden, um die Angehörigen nachhaltig für einen Pflegeberuf gewinnen zu können.

Zusätzlich wird es während der Zeit der Pflege regelmäßige Besuche von diplomierten Gesundheits- und Pflegepersonen geben, um sicherzustellen, dass erbrachten Leistungen auch ordnungsgemäß und zum Wohle der Gepflegten erbracht werden.

SozialdemokratInnen in Niederösterreich pochen auf erfolgsversprechendes und bereits bewährtes Modell