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10.05.2020

Schnabl/Sidl: Europa braucht starke Regionen

Schnabl/Sidl: Europa braucht starke Regionen

Niederösterreich als Vorzeigemodell – Gezielte Förderungen für Klimaregionen 

„Die letzten Wochen haben gezeigt, wie wichtig starke Regionen für die Versorgung der Menschen sind“, erklären Niederösterreichs SPÖ Landesparteivorsitzender LHStv. Franz Schnabl und EU-Abgeordneter Günther Sidl angesichts der anhaltenden Coronakrise. Zum Europatag am 9. Mai fordern die SPÖ-Funktionäre daher einen dringenden Kurswechsel in der europäischen Politik ein: „Die Regionalität muss klaren Vorrang vor der Globalisierung bekommen. Das ist gut für die Menschen und gut fürs Klima.“ Niederösterreich sei schon jetzt Vorreiter und Vorzeigemodell in vielen Bereichen.


Schnabl: Regionale Klimaregionen bilden


„Die öffentlichen Verkehrsmittel sind im Zuge der Coronakrise aus dem Takt gekommen, aber hier müssen wir nach Ende des Lockdowns rasch wieder auf ein attraktives Angebot kommen. Die Menschen müssen sicher, schnell und komfortabel unterwegs sein können“, fordern Schnabl und Sidl von der Regierung, im Zuge der Hilfspakete auch das öffentliche Verkehrsangebot nicht außer Acht zu lassen. Denn die Coronakrise habe enorme Einnahmenverluste gebracht, das Angebot sei aber zu einem großen Teil bestehen geblieben und wird auch in Zukunft notwendig sein.


Schnabl plädiert dafür, endlich Investitionen in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs zu tätigen: Wien beispielsweise investiert 500 Millionen Euro jährlich in den öffentlichen Verkehr, Niederösterreich als ländlich geprägtes Flächenbundesland bis zu 300 Millionen Euro. „Es muss endlich ein Umdenken stattfinden – für den Umwelt- und Klimaschutz, aber auch, um die Regionen zu stärken. Wir brauchen Klimaregionen, indem wir vor Ort die Kinderbetreuung – auch die für unter 2,5-Jährige – ausbauen, damit Eltern ihre Kinder gut betreut wissen, wenn sie arbeiten gehen, indem wir Arbeitsplätze dort schaffen, wo die Menschen wohnen – und das ist nur möglich, wenn der öffentliche Verkehr ausgebaut wird. Es müssen die Angebote so geschaffen werden, dass sie auch mit Öffis in einer angemessenen Zeit erledigt werden können. Die Regionen müssen auch mit modernen Angeboten an die Ballungszentren angebunden werden.“


Der europäische Gedanke müsse durch gemeinsame Projekte gestärkt werden, sagt Schnabl:

Beispielsweise durch den Ausbau des europäischen ICE-Netzes, durch das schnelle Verbindungen mit den wichtigsten Städten innerhalb der EU möglich sind. Dies ist einerseits wichtig für den europaweiten Umwelt- und Klimaschutz und schafft andererseits Arbeitsplätze.

Er fordert außerdem „eine nachhaltige Klimaschutzpolitik, die den Namen auch verdient und nicht nur als Alibi-Handlung verstanden wird“. Bis zum Jahr 2040 müsse die CO2-Neutralität sichergestellt sein.

 

Sidl: Starke Klimaregionen verbessern die Lebensqualität

 

Gesundheitseinrichtungen vor Ort sind genauso unverzichtbar wie Kinderbetreuungseinrichtungen, qualitative Arbeitsplätze oder Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf,

erklärt Sidl, der als Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments für gezielte EU-Förderungen in den Regionen eintritt: „Wir müssen hier kurze Wege für die Menschen schaffen. Das macht die Regionen wieder zum Attraktiven Wohn- und Arbeitsort für die Menschen und hilft gleichzeitig dabei, das Klima zu schützen.“ Die Förderungen müssen laut Sidl dabei vor allem in den Ausbau des öffentlichen Verkehrs, leistungsfähige Energienetze und schnelle Datenleitungen fließen: „Wir sehen gerade, dass viele Arbeiten auch im Home-Office erledigt werden können. Das geht aber nur, wenn gute Internetverbindungen vorhanden sind. Da müssen endlich auch in Niederösterreich die letzten Lücken geschlossen werden.“