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07.03.2021

Schmidt/Königsberger-Ludwig: Frauen sind nicht nur systemrelevant, sie sind das System

„Das vergangene Pandemie-Jahr hat uns allen viel abverlangt, vor allem den Frauen. Sie haben in systemrelevanten, oft schlecht bezahlten Berufen im Krankenhaus, im Pflegeheim und an der Supermarktkasse für unsere Grundversorgung gesorgt. Gleichzeitig waren sie es – die noch mehr als sonst – die unbezahlte Arbeit zu Hause geleistet haben: Homeschooling, Kinderbetreuung, Pflege von Familienangehörigen. Dazwischen haben viele noch Homeoffice geleistet“, macht SPÖ NÖ Landesfrauenvorsitzende, LAbg. Elvira Schmidt anlässlich des Internationalen Frauentags, der morgen stattfindet, aufmerksam: „Die Corona-Krise zeigt in aller Deutlichkeit: Frauen sind nicht nur systemrelevant, sie sind das System. Dank für diesen Einsatz reicht jedoch genauso wenig wie Applaus. Diese Anerkennung muss in konkrete Politik für eine geschlechtergerechtere Gesellschaft münden, in denen Systemrelevanz die Bedeutung und Entlohnung bekommt, die ihr gebührt. Wann, wenn nicht jetzt!“


Neben der Neubewertung der Kollektivverträge in Branchen, in denen vor allem Frauen tätig sind und diese sehr niedrig sind, fordert die Landesfrauenvorsitzende unter dem Motto „Uns reicht’s. Frauen verdienen mehr!“ ein Arbeitsmarktpaket für Frauen:


  • Corona-Arbeitsstiftung für Frauen
  • Qualifizierungsturbo durch Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
  • Mindestens 50 Prozent AMS-Mittel für Frauen
  • KV-Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei
  • Lohngesetz mit Strafen bei Unterbezahlung
  • Soforthilfepaket für Alleinerziehende
  • Rechtsanspruch auf ganztägige gratis Kinderbetreuung

 

„Frauen sind ein maßgebliches Potenzial für unseren Arbeitsmarkt und den Wirtschaftsstandort Niederösterreich“, weiß Schmidt: „Die Menschen haben ein Recht auf Arbeit. Wir wollen Vollbeschäftigung erreichen, das sind in Niederösterreich rund 80.000 Jobs. Das bedeutet, dass wir heruntergerechnet (Äquivalent) für Frauen rund 35.000 Jobs in Niederösterreich brauchen.“


Zwt.: Auf Frauen in systemrelevanten Jobs lasten Gesundheitsrisiken

„Die Corona-Krise trifft Frauen besonders hart: Sie arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen. Sie sind mit Einkommenseinbußen konfrontiert durch Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Sie übernehmen den überwiegenden Teil der unbezahlten Haus- und Familienarbeit, reduzieren dafür ihre Arbeitszeit. Durch ihre Tätigkeit in systemrelevanten Bereichen sind sie auch hohen Gesundheits- und Infektionsrisiken ausgesetzt“, erklärt die SPÖ-Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig. Für sie ist es wichtig, die Corona-Maßnahmen auch aus einer Gender-Perspektive zu betrachten und frauenspezifische Bedürfnisse zu berücksichtigen. Maßnahmen im Gesundheitsbereich zur Bekämpfung der physischen, psychischen und sexuellen Gewalt gegen Frauen und Mädchen erachtet Königsberger-Ludwig als unabdingbar.

Es sei notwendig, auch an die psychische Gesundheit von Frauen in der Krise zu denken. Ein Großteil der im Gesundheitsbereich tätigen Personen sind Frauen, die besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt sind. Auch die Sorgearbeit übernehmen hauptsächlich Frauen. Homeschooling und Angehörigenpflege infolge des Entfalls professioneller Pflegekräfte belasten Frauen zusätzlich“, erklärt Königsberger-Ludwig und fordert mehr Bewusstseinsbildung für Geschlechterunterschiede in der Medizin: „Wichtig ist in diesem Zusammenhang, die empirische Forschung zum Thema Gesundheit von Frauen voranzutreiben, um endlich mehr Datenmaterial zur Verfügung zu haben. Frauengesundheit ist mehr als Gynäkologie!“


Zwt.: Frauengesundheitszentren in ganz NÖ

Ziel der beiden sozialdemokratischen PolitikerInnen sind die Einrichtung von Frauengesundheitszentren in Niederösterreich. Andere Bundesländer hätten es schon vorgelebt und bieten teilweise seit Jahrzehnten sehr erfolgreich Anlaufstellen mit niederschwelligen Angeboten und Maßnahmen für Frauen und Mädchen an. „Ein Frauengesundheitszentrum leistet einen wichtigen Beitrag zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit. Umso mehr müssen die Bemühungen in diese Richtung intensiviert werden. Auf lange Sicht sollte ein Zentrum in jeder Gesundheitsregion das Ziel sein“, erklären Schmidt und Königsberger-Ludwig.


Internationaler Frauentag: SPÖ fordert Arbeitsmarktpaket für Frauen