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11.02.2021

Land NÖ und Bundesheer zogen Bilanz über COVID-19-Assistenzeinsatz 2020

Im Rahmen der COVID-19-Pandemie wurden die Gesundheitsbehörden in Niederösterreich bei der Erfüllung ihrer Aufgaben bereits früh durch das Österreichische Bundesheer unterstützt. Gemeinsamen zogen nun NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig und der niederösterreichische Militärkommandant, Brigadier Martin Jawurek, Bilanz über die Assistenzleistungen des Jahres 2020.

 

„Das Bundesheer kann von Behörden dort angefordert werden, wo zivile Ressourcen nicht ausreichen“, betont Landesrätin Königsberger-Ludwig eingangs und bedankt sich ausdrücklich für die zuletzt geleistete großartige Hilfestellung: „Das Bundesheer hat sich in den vergangenen Monaten bei der Eindämmung des Virus als starker Partner erwiesen. Seine Unterstützung war bisher ein wichtiger Beitrag, um die entsprechenden Schutzmaßnahmen für die niederösterreichische Bevölkerung aufstellen zu können.“

 

„In Spitzenzeiten waren im Jahr 2020 über 1.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Bedienstete im Tageseinsatz. Der höchste Wert konnte Anfang Dezember mit 1.043 Heeresangehörigen im Assistenzeinsatz verzeichnet werden“, merkt Königsberger-Ludwig an und berichtet, dass auch zuletzt für die aktuell stattfindende regelmäßige Flächentestung 200 Soldatinnen und Soldaten angefordert worden seien.

 

Die COVID-19-Einsätze seien bisher überaus positiv verlaufen, meint Brigadier Martin Jawurek. „Es hat alles sehr gut funktioniert.“ Alle Anforderungen und Aufträge hätten durch das Bundesheer als strategische Reserve der Republik Österreich aus dem Stand und mit Unterstützung der Miliz bestens erfüllt werden können, fügt der niederösterreichische Militärkommandant hinzu: „Unsere Soldatinnen und Soldaten sowie unsere zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in vielfältiger Weise zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden gefordert. Ich bedanke mich bei allen Angehörigen des Bundesheeres, die durch ihren unermüdlichen Einsatz die reibungslose Unterstützung ermöglicht haben. Das Bundesheer als integraler Teil der Sicherheitsfamilie in NÖ wird auch weiterhin für unsere Bevölkerung da sein, wo auch immer es gebraucht wird und was auch immer von ihm benötigt wird.“

 

Einsatzbilanz 2020 in Zahlen & Fakten:

 

Anfang April begann die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsbehörden und dem Bundesheer mit der Verteilung von Schutzausrüstung und der Unterstützung bei Zugangskontrollen im Krankenhaus in Wiener Neustadt. Doch nicht nur hier, auch an vielen anderen Orten war das Bundesheer im Assistenzeinsatz rund um Corona. So waren Heeresangehörige beispielsweise am Flughafen Wien-Schwechat oder auch im Zuge eines großen Clusters beim Postzentrum Hagenbrunn im Einsatz. Zwei Wochen lang kümmerten sich Soldaten um Pakete und Briefe.

 

Ab 14. April 2020 wurden zudem Soldatinnen und Soldaten zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden und der Landespolizeidirektion zu Kontrolltätigkeiten an der niederösterreichischen Grenze zu Tschechien und der Slowakei eingesetzt. Zu den ersten Aufgaben zählten z.B. das Fiebermessen an den Grenzübergängen. Dazu kam später auch die Kontrolle der Papiere, Atteste und Formulare mit zahlreichen Sonderregelungen. Zudem überwachte man gemeinsam mit der Polizei die grünen Grenzen, rund 36 geschlossene Grenzübergänge sowie die offenen Grenzübergänge, wenn diese nachts geschlossen waren.

Um die erforderlichen Kräfte dazu aufzubringen, wurde für etwa 550 Soldaten in Niederösterreich der Grundwehrdienst um drei Monate verlängert, österreichweit waren es insgesamt etwa 2.300. Zudem wurde eine Teilmobilmachung durchgeführt. Am 4. Mai 2020 rückten erstmals österreichweit 13 Jägerkompanien der Miliz in die Kasernen ein. In NÖ waren es drei Jägerkompanien der Miliz, so viele wie in keinem anderen Bundesland. Rund 250 niederösterreichische Soldatinnen und Soldaten der Miliz übernahmen nach dem Vorbereitungstraining bestimmte Einsatzaufgaben.

 

Ein weiteres großes Betätigungsfeld bestand etwa bei den Testungen des pädagogischen Personals in NÖ von 5. bis 6. Dezember und den Testungen der niederösterreichischen Bevölkerung kurz vor Weihnachten (21. bis 22. Dezember). Bei den Pädagogen-Tests wurden rund 1.000 und bei der Vorweihnachtstestung rund 330 Heeresangehörige eingesetzt.

Auch wurde die erste Flächentestung der niederösterreichischen Bevölkerung am 12. und 13. Dezember 2020 mit rund 400 Heeresangehörigen unterstützt. Allein bei den drei Massen- bzw. Flächentests im Dezember 2020 wurden durch das Bundesheer in Niederösterreich insgesamt 4.935 Personentage geleistet.

 

Einen wichtigen Einsatz leistet das Bundesheer auch im Bereich des Contact Tracing. Seit dem 22. September des Vorjahres unterstützen die Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Bedienstete des Bundesheeres einerseits die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden bei den Bezirkshauptmannschaften und Magistraten, andererseits kamen die Angehörigen des Bundesheers direkt im Sanitätsstab des Landes NÖ zum Einsatz, um bei der Erfassung von Kontaktpersonen bei großen, bezirksübergreifenden Clustern zu assistieren. Bei Bedarf waren in diesem Bereich bis zu 160 Heeresangehörige im Einsatz.

 

Außerdem hat das Bundesheer den Rettungsorganisationen bei den Drive-in-Teststationen Hilfestellung geleistet. Ab Mitte September halfen Grundwehrdiener bei der Administration und Ablaufregelung an fünf Standorten. Bis Jahresende wurde diese Unterstützung auf weitere vier Drive-in-Teststraßen ausgeweitet.

 

Einen besonderen Beitrag leistet das Bundesheer auch durch die Spezialisten des ABC-Abwehrzentrums bei der Desinfektion besonders betroffener Orte oder öffentlicher Einrichtungen, wie etwa des NÖ-Landtages. Hier wurden Sessel, Tische und andere Kontaktflächen mittels eines Desinfektionsmittels durch eine Wischdesinfektion von Viren befreit.  


In Spitzenzeiten unterstützten mehr als 1.000 Heeresangehörige täglich