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29.05.2020

Königsberger-Ludwig: „Pflegelehre ist klar abzulehnen!“

Königsberger-Ludwig: „Pflegelehre ist klar abzulehnen!“

Herausforderung im Pflegebereich darf nicht auf junge Menschen abgewälzt werden; psychischer Druck in der Ausbildung für 15-Jährige viel zu groß

NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig erteilt den Plänen von ÖVP-Wirtschaftsministerin Schramböck, welche diese Woche ihre Vorhaben zur ehestmöglichen Umsetzung der Pflegelehre verlautbarte, eine klare Absage. 15-Jährige in einem derart fordernden Beruf einzusetzen, der auch hohe soziale Kompetenz voraussetzt ist nicht der richtige Weg, so Königsberger-Ludwig: „Eine Pflegelehre ist daher aus meiner Sicht abzulehnen! Um eine Antwort auf die äußerst schwierige Situation im Pflegebereich zu finden, braucht es viel mehr attraktivere Arbeitsbedingungen, sprich eine gute Entlohnung und einen Pflegeschlüssel, welcher den Anforderungen in der Pflege gerecht wird. Für eine Pflegelehre gibt es von der Sozialdemokratie jedenfalls ein klares Nein!“

 

Um der Fluktuation im Pflegebereich Herr zu werden, so Königsberger-Ludwig, benötige es neue Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt: „Umschulungsmodelle für Berufstätige können erste Ansätze darstellen, um dem Pflegemangel entgegenzusteuern. Zurzeit ist das defacto nicht möglich. Diesbezüglich rasch neue Modelle zu erarbeiten, ist das Gebot der Stunde! Jugendliche dafür zu verwenden, ist hingegen bestimmt nicht der richtige Weg – insbesondere da hinlänglich bekannt ist, dass vor allem bei Menschen, die in jungen Jahren den Beruf ergriffen haben, die Fluktuationsrate besonders hoch ist.“

 

Abschließend betont die SPÖ-Landesrätin die Wichtigkeit von attraktiven Arbeitsbedingungen im Pflegebereich: „Wir müssen dem Pflegeberuf den Stellenwert zuzuerkennen, den er sich verdient! Eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, eine bessere Bezahlung und neue Modelle im Bereich Ausbildung samt Umschulungsmodelle sind der Schlüssel zum Erfolg, um dem Personalmangel im Pflegebereich entgegenzuwirken!“