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09.06.2020

Königsberger-Ludwig: Engagement und Flexibilität standen zuletzt in der Kinder- und Jugendhilfe auf der Tagesordnung

Königsberger-Ludwig: Engagement und Flexibilität standen zuletzt in der Kinder- und Jugendhilfe auf der Tagesordnung

Deutlicher Rückgang bei Gefährdungsmeldungen

Zahlreiche Herausforderungen und besondere Aufgabenstellungen hatte die NÖ Kinder- und Jugendhilfe in den Wochen des Lockdowns zu meistern. Durch die behördlichen Beschränkungen fanden einerseits die Betreuung der Kinder und Jugendlichen und andererseits die Abklärung von Gefährdungsmeldungen unter bis dahin unbekannten Rahmenbedingungen statt. „Wie für alle, war die Situation natürlich neu und man musste sich erst auf die Gegebenheiten einstellen und sich neu orientieren. Das betraf die Betreuerinnen und Betreuer ebenso wie die Kinder und Jugendlichen“, blickt NÖ Kinder- und Jugendhilfelandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig zurück.

 

Via Videokonferenz hielt Landesrätin Königsberger-Ludwig mit den Vertreterinnen und Vertretern der Träger der Kinder- und Jugendhilfe Kontakt. Man informierte sich gegenseitig über die Erfahrungen, aber auch auftretende Schwierigkeiten. „Die Berichte der Träger zeigten aber auch durchaus positive Aspekte. So wurde festgestellt, dass die Kinder durch den zwangsweisen Wegfall von verschiedenen Programmpunkten des normalen Alltags die Möglichkeit hatten, zur Ruhe zu kommen. Der Wegfall von vielen externen Faktoren brachte also auch die Chance, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren“, berichtet die Landesrätin.


Im Bereich der mobilen Dienste wurde vor allem auf „digitale Kanäle“ gesetzt. Man wechselte vom „analogen“ in den „virtuellen“ Raum, um die Erreichbarkeit für Kinder und Jugendliche in diesen schwierigen Tagen und Wochen sicherzustellen. „Die Verlegung der Beratungstätigkeit in die digitale Welt war eine wichtige Initiative. Zwar haben die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter bei Notlagen auch den persönlichen Kontakt gesucht, aber überwiegend die Beratungen und Gespräche über WhatsApp, Skype, Telefon, Online-Beratungstools oder in Chatrooms vorgenommen. Somit standen jungen Menschen, die Unterstützung und Hilfe brauchten, weiterhin vertrauensvolle Ansprechpartner zur Verfügung“, so Königsberger-Ludwig. 

 

Auffallend sei hingegen gewesen, so Königsberger-Ludwig, dass die Zahl der Gefährdungsmeldungen im Vergleich zum Vorjahr signifikant gesunken sei. „Lagen im Zeitraum von Jänner bis April 2019 3.397 Meldungen vor, wurden im selben Zeitraum 2020 1.684 Hinweise verzeichnet.“ Die Gründe dafür könnten zwar im Wegfall des sozialen, therapeutischen, pädagogischen Umfelds sowie der Betreuungs- und Bildungseinrichtungen liegen, dennoch sei es wichtig, diese Entwicklung im Detail zu analysieren, meint Königsberger-Ludwig.

 

Besonderen Dank spricht die Landesrätin den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Unterstützungsangebote aus: „Mit beispiellosem Engagement wurden die Kinder und Jugendlichen in dieser Ausnahmesituation

auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und eigenständiges Leben begleitetet. Es wurden neue Wege eingeschlagen und große Flexibilität geübt, um mit jungen Menschen in Kontakt zu bleiben und auch ihre Betreuung zu gewährleisten. Diese Erfahrungen wollen wir auf jeden Fall für die Zukunft mitnehmen.“