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12.05.2020

Königsberger-Ludwig: Coronakrise zeigt Schwachstellen in der Pflege und Betreuung auf

Königsberger-Ludwig: Coronakrise zeigt Schwachstellen in der Pflege und Betreuung auf

Versorgung muss unabhängiger und krisenfester werden

„Eine nachhaltige und zukunftsweisende Pflegereform“ fordert die stellvertretende Landesparteivorsitzende der SPÖ Niederösterreich und NÖ Gesundheits- und Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig anlässlich des heutigen Internationalen Tages der Pflege: „Die Coronakrise hat uns die Schwachstellen im Bereich der Pflege deutlich aufgezeigt, vor allem in der 24-Stunden-Betreuung. Besonders die starke Abhängigkeit von Betreuerinnen aus dem EU-Ausland hat in Verbindung mit den Grenzschließungen die Familien vor große Herausforderungen gestellt“, weiß Königsberger-Ludwig aus zahlreichen persönlichen Gesprächen, die in diesem Zusammenhang allen Mitarbeiterinnen in der Pflege – seien es die 24-Stunden-Betreuerinnen, welche ihre Dienste um Wochen verlängert haben, die MitarbeiterInnen der Hauskrankenpflege sowie der Pflegeeinrichtungen – ein herzliches Danke für die professionelle Arbeit in einer schwierigen Zeit ausspricht.

 

Angesichts der zutage getretenen Schwachstellen seien neue Modelle dringend notwendig, meint Königsberger-Ludwig. Pflege-Sonderzüge mit BetreuerInnen aus Rumänien seien ein deutliches Zeichen dafür. Wie im Gesundheitsbereich müsse auch bei der Pflege und Betreuung das Thema „Unabhängigkeit“ ein Herzstück jeder künftigen Reform sein, so Königsberger-Ludwig: "Es ist unsere Verpflichtung, das heimische Gesundheit- und Sozialsystem insgesamt unabhängiger und krisenfester zu gestalten. Daran führt kein Weg vorbei.“

 

„Wir SozialdemokratInnen halten daher an einem Pflegegarantiefonds fest, aus dem sämtliche Pflegeleistungen finanziert werden sollen. Parallel dazu fordern wir Pflegeservicestellen in allen Bundesländern als zentrale Anlaufstelle für pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen. Außerdem ist es Zeit für bundesweit einheitliche Qualitätsstandards und eine Prüfung des ‚Modells Burgenland‘, also der Möglichkeit, pflegende Angehörige durch die öffentliche Hand anzustellen“, betont die Landesrätin.

 

Ein weiterer Punkt betreffe den Ausbau leistbarer, mobiler, teilstationärer Pflege- und Betreuungsangebote, meint Königsberger-Ludwig. „Besonders Tagesbetreuungszentren bieten älteren Menschen die Möglichkeit selbstständig und selbstbestimmt zu leben.“ Auch seien kleinräumige Pflegezentren zu überlegen, denn sie sind die bessere Lösung, um eine qualitative Pflege zu ermöglichen, erklärt Königsberger-Ludwig.

 

„Insbesondere benötigen wir auch zusätzliche ausgebildete Pflegekräfte, um den künftigen Pflegebedarf abdecken zu können. Ein neues Schulmodell wird dabei alleine nicht ausreichen. Wir müssen den Beruf attraktiver machen, um junge Menschen dafür zu begeistern, sowie ein vernünftiges Ausbildungs- und Umschulungsangebot für Arbeitssuchende schaffen“, ist die Landesrätin überzeugt. Dazu zählen neben guten Arbeitsbedingungen auch faire Bezahlung und eine Aufwertung der pflegenden Berufe im gesamten Gesundheits- und Sozialsystem. „Nur so wird es uns gelingen, den zukünftigen Bedarf abzudecken“, so Königsberger-Ludwig abschließend.