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12.06.2020

Badesommer 2020 bedarf Eigenverantwortung und Beachtung weniger Regeln

Badesommer 2020 bedarf Eigenverantwortung und Beachtung weniger Regeln

Bestnoten für NÖ Badegewässer

„Bei der Beachtung einiger weniger Regelungen sowie mehr Eigenverantwortung steht dem Badespaß im heurigen Sommer nichts im Wege“, betonte NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig heute, Freitag, zu Beginn eines gemeinsamen Pressegesprächs mit dem Leiter des AGES-Geschäftsfelds Öffentliche Gesundheit, Univ.-Prof. Dr. Franz Allerberger, am Viehofner See in St. Pölten.

 

Die wichtigste Botschaft zum Start der Badesaison sei, meinte Königsberger-Ludwig, alle, die ein unbeschwertes Badevergnügen genießen möchten, sollten nicht auf ihren Hausverstand vergessen und die Empfehlungen der Gesundheitsbehörden beachten. „Die Übertragung des SARS-CoV-2 erfolgt in erster Linie von Person zu Person über Tröpfcheninfektion und indirekt auch über mit Nasen-Rachen-Sekret kontaminierte Flächen und Gegenstände. Daher sind auch bei allen Badegelegenheiten grundsätzlich zumindest dieselben Regeln wie an anderen Orten des öffentlichen Raumes einzuhalten“, machte Königsberger-Ludwig aufmerksam.

 

Besonders für Badegäste, die nicht in einem gemeinsamen Haushalt leben, seien deshalb im Badesommer 2020 ein paar wenige Regeln wesentlich: „Einerseits sollte zwischen den Liegeplätzen mindestens 1 Meter Abstand eingehalten werden, andererseits im aufbereiteten und desinfizierten Wasser, wie bei Beckenbädern, grundsätzlich auf einen Abstand von 1 bis 2 Metern geachtet werden. Bei Oberflächengewässern, wie Flüssen und Seen, aber auch Kleinbadeteichen, wird sogar ein Abstand von 3 bis 4 Metern empfohlen“, informiert Königsberger-Ludwig.


Univ. Prof. Dr. Franz Allerberger wies darauf hin, dass es derzeit keine Hinweise darauf gebe, dass sich Menschen über Oberflächenwasser mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. „Nach derzeitigem Wissenstand kann das Virus in natürlichen Gewässern kaum überleben. Es gibt bis dato keinen einzigen dokumentierten Fall, das heißt bis jetzt hat sich noch nie jemand über ein Bad im See oder im Schwimmbad mit dem Coronavirus angesteckt. Und selbst wenn Virusteilchen über menschliche Ausscheidungen ins Wasser gelangen sollten, sind diese inaktiv und daher ungefährlich.“ Der Gesundheitsexperte ergänzte zudem, dass man aus medizinischer Sicht nur sagen könne, Schwimmen sei auch in Coronavirus-Zeiten zu empfehlen: „Bewegungsmangel mit dem daraus resultierenden Übergewicht ist ein massives gesellschaftliches Problem, jegliche Bewegung ist daher zu propagieren.“


Zum Schluss gab Königsberger-Ludwig noch über die ersten Prüfbefunde der NÖ Badgewässer in diesem Jahr Auskunft, die durch die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit vorgenommen wurden: „Derzeit sind in Niederösterreich 28 Oberflächengewässer als EU-Badestellen oder EU-Badegewässer gekennzeichnet. Diese werden regelmäßig auf ihre Wasserqualität hin untersucht und Jahr für Jahr insgesamt etwa 150 Proben gezogen. Die Auswertung attestiert auch diesmal wieder mehrheitlich allen Badegewässern Niederösterreichs eine ausgezeichnete Wasserqualität, was im europäischen Vergleich ein Platz im vorderen Spitzenfeld bedeutet.“

 

"Österreich ist aufgrund einer Richtlinie des Rates der Europäischen Union über die Qualität der Badegewässer verpflichtet, die wichtigsten Badegewässer zu überprüfen. Diese Beprobung erfolgt zumindest 5-mal pro Saison. Die Ergebnisse werden auf der AGES-Website und über eine eigene Badegewässer-App veröffentlicht. Diese liefert mit offiziellem Beginn jeder Badesaison ab 15. Juni Infos und aktuelle Messwerte zu Wasserqualität, Sichttiefe und Temperatur von allen österreichischen EU-Badestellen“, so Dr. Allerberger abschließend.