SPÖ Niederösterreich

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Schuldnerberatung: Angebot frühzeitig nützen

Seit 1990 bietet die Schuldnerberatung Niederösterreich überschuldeten Personen, Familien und Haushalten kostenlose Hilfe und Beratung an, um ihnen ein Leben ohne Schulden zu ermöglichen. Über die Entwicklungen im Jahr 2019 und über die weitere Vorgehensweise im Jahr 2020 wurde heute im Rahmen einer Pressekonferenz informiert.

„Die Schuldnerberatung in Niederösterreich gibt es seit 30 Jahren und bietet den Betroffenen eine sehr wichtige Hilfe zur Selbsthilfe an“, betonte Königsberger-Ludwig. Ziel sei es vor allem, in die wirtschaftliche Selbstständigkeit wieder zurückzufinden, hob sie hervor. „Im Jahr 2019 ist die Durchschnittsverschuldung der Klientinnen und Klienten der Schuldnerberatung von etwa 101.000 Euro auf rund 103.000 Euro gestiegen. Die Anzahl der betreuten Personen hat sich von 4.300 und 4.400 erhöht. Der Großteil davon war zwischen 36 und 50 Jahre alt“, informierte die Landesrätin.

„Die Verschuldung hat vielfältige Ursachen, bei Jugendlichen ist es das Konsumverhalten, bei Erwachsenen ist es der Arbeitsplatzverlust. Auch Scheidungen und Trennungen bringen Männer und Frauen in große finanzielle Probleme.“ Bei Männern würden oft auch Krankheiten die Gründe für Schulden sein, merkte Königsberger-Ludwig an.

Im Hinblick auf die Veränderung der Altersstruktur bei den Klientinnen und Klienten meinte Königsberger-Ludwig: „Ein größerer Anstieg bei den Beratungseinrichtungen ist bei Menschen ab dem 56. Lebensjahr zu verzeichnen“, sagte sie. „Etwa 28 Prozent aller Menschen, die bei der Schuldnerberatung Rat und Hilfe suchen, sind in einer Vollzeitbeschäftigung, fast zehn Prozent sind Pensionisten“ führte die Landesrätin weiter aus.

„Schulden lösen oft auch Krankheiten aus. Viele Menschen nehmen leider oft zu spät dieses Hilfsangebot an“, so Königsberger Ludwig. „90 Prozent aller Klientinnen und Klienten sagen, dass die Kontaktaufnahme mit der Schuldnerberatung sehr unkompliziert war“, betonte sie. Bei der Schuldnerberatung werde professionell, schnell, individuell und vertraulich geholfen, führte die Landesrätin aus. Der jüngste Klient sei 18 Jahre alt gewesen, der älteste Kunde hätte ein Alter von 87 Jahren erreicht. Die aktuelle Wartezeit für ein Erstberatungsgespräch liege im Durchschnitt bei 3,5 Wochen, so Königsberger-Ludwig.