SPÖ Niederösterreich

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Schulärzte: Aufwertung gemeinsam erarbeiten

Ein klares Bekenntnis für den Erhalt der rund 1.000 SchulärztInnen in Niederösterreich gibt die stellvertretende SPÖ-Landesparteivorsitzende und NÖ Gesundheits- und Soziallandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig ab. Dafür brauche es, so die Landesrätin, vor allem dringend die Aufwertung der schulärztlichen Tätigkeit und diese solle mit allen Beteiligten gemeinsam erarbeitet werden, um sie besser heute als morgen Realität werden zu lassen. „Schulärztinnen und Schulärzte haben durch ihre Nähe zu Schülerinnen und Schülern eine unverzichtbare sozial- und gesundheitspolitische Funktion“, lehnt Königsberger-Ludwig die Beendigung der medizinischen Betreuung in Schulen ab. Der andiskutierten generellen Ausweitung des Mutter-Kinder-Passes bis zur Volljährigkeit steht die Gesundheitslandesrätin durchaus positiv gegenüber und erwartet von der nächsten Bundesregierung ernsthafte Umsetzungsschritte in diese Richtung - dies sollte aber nicht die Abschaffung der schulärztlichen Tätigkeit zur Folge haben.

Der Vizepräsident des Österreichischen Gemeindebundes, Bgm. Rupert Dworak, erachtet das derzeitige System der Schulärzte als ineffizient und ortet dringenden Gesprächsbedarf betreffend den vorliegenden Verordnungsentwurf des Gesundheitsministeriums. „Ohne Einbindung der Gemeinden und Länder kann dem Vorschlag des Ministeriums keinesfalls zugestimmt werden“, so Dworak. Die Probleme im Bereich der Kinder- und Jugendgesundheit seien ohne weitgehende Reformen im System nicht zu bewerkstelligen. Die Gemeinden würden hier die Kosten für die Schulärzte tragen, die eigentlich das Gesundheitswesen zu finanzieren hätte, meint Dworak. In der Vergangenheit hätten die Gemeinden immer betont, dass der Schularzt in seiner jetzigen Funktion als Arzt oft nicht in der Lage sei, die Anforderungen zu erfüllen, so Dworak: „Die Gemeindevertreter haben aber bisher immer bewiesen, dass diese an Lösungen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger interessiert sind. Dazu bedarf es aber konstruktive Verhandlungen, zu denen wir sofort bereit sind.“

Ohne entsprechende Ergebnisse fürchtet Königsberger-Ludwig jedoch Spätfolgen und erinnert z. B. an das Aus der GemeindeärztInnen vor zwanzig Jahren, welches den Öffentlichen Gesundheitsdienst heute vor besonders große Herausforderungen stellt. „Um einem ähnlichen Schicksal aus dem Weg zu gehen, sollten besser die Kräfte gebündelt und ein gemeinsamer Weg gefunden werden“, pocht Königsberger-Ludwig auf eine rasche Einigung. „Neben ihren präventivmedizinischen Aufgaben und der Förderung der persönlichen Entwicklung der SchülerInnen sind die SchulmedizinerInnen zudem eine vertrauensvolle Anlauf- und Schnittstelle. Insofern ist die in der Verordnung vorgesehene elektronische Dokumentation von relevanten Gesundheitsdaten ein wichtiger Baustein, um künftig noch bessere Rückschlüsse auf die Kindergesundheit ziehen zu können“, betont Königsberger-Ludwig und weist darauf hin, dass in einem nächsten Schritt noch unbedingt die Anbindung an die elektronische Gesundheitsakte (ELGA) als wichtige Maßnahme folgen müsse, damit eine umfassende Einschätzung der Gesundheit der schulbesuchenden Jugend möglich werde.