SPÖ Niederösterreich

  • Twitter icon
  • Facebook icon
  • Youtube icon
  • Flickr icon

NÖ Frauenhäuser sprachen über neue Gewalt

Zu Beratungen trafen sich jüngst die Vertreterinnen der sechs NÖ Frauenhäuser sowie die zuständige Landesrätin, Ulrike Königsberger-Ludwig, in St. Pölten. Im Mittelpunkt der Gespräche standen besonders die aktuelle Häufung von Gewalttaten und das zuletzt beschlossene Sicherheitspaket für niederösterreichische Frauenhäuser. „Es gibt keinen Grund, weshalb man Gewalt erfahren und ertragen muss. Diese Botschaft wollen wir mit der aktiven Vernetzung der Frauenhäuser und gemeinsamen Aktionen noch breiter in die Öffentlichkeit tragen“, betonte Königsberger-Ludwig zu Beginn.

Danach widmete sich der Expertinnenkreis dem Phänomen der steigenden Gewaltverbrechen in der jüngeren Vergangenheit. Wobei es für die Zunahme der Gewalt keine stichhaltige Erklärung gab, weshalb angeregt wurde, eine Studie in Auftrag zu geben. Zudem war man sich einig, dass in Reaktion auf die Gewalttaten in einem ersten Schritt bei der Aufklärungs- und Informationsarbeit durch eine Kampagne ein Gang zugelegt werden müsse. Zwar habe Niederösterreich ein dichtes Netz an Initiativen und Institutionen, die Hilfe, Schutz und Wohnmöglichkeiten böten, so der einhellige Tenor, allerdings hätten viele Frauen Furcht, ihr Schicksal öffentlich zu machen und sich an Betreuungs- u. Beratungseinrichtungen zu wenden. „Die Gewalt wurde in den letzten Jahren und Monaten wuchtiger. Wir müssen Frauen vor allem Mut zusprechen, um ihre Schwellenängste zu überwinden und sich aus der Gewaltbeziehung zu befreien“, hielt Königsberger-Ludwig dazu fest.

Im Zusammenhang mit dem kürzlich beschlossenen Sicherheitspaket für Frauenhäuser bedankten sich die Vertreterinnen nochmals ausdrücklich und informierten, dass die Sicherheitsmaßnahmen in Höhe von insgesamt 100.000 Euro in den nächsten Wochen ihren Abschluss finden werden. Die Investitionen wurden zuletzt notwendig, weil es immer mehr Männer gab, die vor dem Schutz der Frauenhäuser nicht Halt machten. „Es ist wichtig, die Frauen in den Frauenhäusern und auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen“, freut sich Königsberger-Ludwig über die Nachricht hinsichtlich der raschen Umsetzung der neuen Sicherheitsvorkehrungen.

Abschließend unterstrich Königsberger-Ludwig noch, dass Gewalt nicht mit Mord beginne, sondern Gewalt schleichend sei. „Die Täterarbeit ist ein wesentlicher Punkt.“ In dieser Hinsicht erhofft sich die Landesrätin von der nächsten Bundesregierung eine entsprechende Initiative. Des Weiteren müsse unbedingt gleich zu Beginn ihrer Amtszeit auch die Aufnahme von hoch gefährdeten Frauen in Frauenhäusern in anderen Bundesländern geregelt und die notwendige Finanzierung sichergestellt werden, so Königsberger-Ludwig.