SPÖ Niederösterreich

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Kindergeld für Krisen-pflegeeltern ab dem 1. Tag

Ihre „volle Unterstützung“ sicherte NÖ Kinder- und Jugendhilfelandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig jüngst Krisenpflegeeltern zu, die sie um dringende Hilfe im Zusammenhang mit den angekündigten Änderungen beim Kinderbetreuungsgeld ersuchten. „Die finanzielle Misere für die Pflegeeltern wurde zwar schon im Familienausschuss des Hohen Hauses durchgewunken, trotzdem hätte die Regierung bis zur nächsten Plenarsitzung im Parlament noch Zeit, die Reißleine zu ziehen“, fordert Königsberger-Ludwig im Interesse der Krisenpflegeeltern die Schlechterstellung zu korrigieren.

Elisabeth Lachowitz und ihr Ehemann Matthias, beide kümmern sich seit neun Jahren um Krisenpflegefälle, sowie die Krisenpflegemutter, Gerlinde Steurer berichteten bei einem kürzlichen Treffen der Landesrätin über ihren Kummer. Im Sommer 2018 habe die Bundesregierung per Erlass das Kinderbetreuungsgeld für Krisenpflegeeltern ohne triftigen Grund gestrichen. Seitdem sei den Betroffenen bisher nur das Warten auf eine neue Regelung oder der Weg einer gerichtlichen Klage übriggeblieben. Zwar hätten die zuständige Familienministerin, Juliane Bogner-Strauß, im Juli 2018 eine „alternative Lösung“, zugesagt, jetzt solle aber durch eine Gesetzesänderung der Verlust von einigen hundert Euro im Monat gesetzlich fixiert werden.

„Künftig möchte die Bundesregierung das Kindergeld erst nach 91-tägiger ununterbrochener Betreuung auszahlen. Diese Regelung ist aber praxisfern und absurd, liegt doch vor allem in der kurzfristigen Betreuungssituation, bevor ein Kind wieder zu den leiblichen Eltern zurückkehrt oder in eine Pflegefamilie aufgenommen wird, der Sinn der Krisenpflegeelternschaft“, kritisiert Königsberger-Ludwig.

„In Niederösterreich würde die Gesetzesänderung etwa bis zu vierzig Prozent der Krisenpflegefälle betreffen“, beharrt Königsberger-Ludwig auf die Ausbezahlung des Kinderbetreuungsgeldes ab dem ersten Tag. Manchmal werde eine Familie aus der Bahn geworfen. In diesen Situationen seien Krisenpflegeeltern wichtige Partner für die Kinder- und Jugendhilfe, so Königsberger-Ludwig: „Sie bieten Säuglingen und älteren Kindern für einen kurzen, befristeten Zeitraum Schutz vor Gewalt und geben Halt und Betreuung. Vor diesem Hintergrund ist die offenkundige Missachtung der wichtigen Arbeit der Krisenpflegeeltern einfach unfassbar.“

„Engagierte Menschen zu finden, die in wenigen Stunden bereitstehen und die Elternschaft für ein Kind einige Wochen übernehmen, ist keine einfache Sache. Wir in Niederösterreich sind allen Personen, die sich dazu bereiterklären und diese verantwortungsvolle Aufgabe übernehmen, besonders dankbar. Umso unerklärlicher ist es mir, dass der Bund für Kinder in Krisensituationen drei Monate lang kein Geld mehr zahlen möchte, obwohl sie in dieser Zeit eine intensivste Betreuung brauchen", so Königsberger-Ludwig.