SPÖ Niederösterreich

  • Twitter icon
  • Facebook icon
  • Youtube icon
  • Flickr icon

Frauenanteil in Spitzenjobs äußerst gering

Vereinbarkeit von Familie & Beruf verstellt Weg in Spitzenpositionen

Utl.: Trotz positiver Trends bedarf es verstärkter Bemühungen bei Gleichstellung =

„Familie versus beruflicher Erfolg ist eine Entscheidung im Leben einer Frau, der sich viele weiterhin stellen müssen“, betonte das zuständige Landesregierungsmitglied für Gleichstellung, Landesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig, heute, Donnerstag, anlässlich der Vorstellung des ersten Auswertungsberichts über das dritte Gleichstellungs-Frauenförderprogramm im NÖ Landesdienst bei einem Pressegespräch.

Zu Beginn hielt Landesrätin Königsberger-Ludwig erfreut fest, dass der NÖ Landesdienst „weiblich“ sei. „Von insgesamt fast 39.000 Personen im NÖ Landesdienst, die einer Teil- und Vollzeitbeschäftigung nachgehen, sind etwa 26.600 Frauen.“ Auch aus diesem Grund hätte die Sicherstellung chancengleicher Zugänge in allen Bereichen des beruflichen Lebens wesentliche Bedeutung, zumal in den Führungsetagen immer noch ein männliches Übergewicht klar dominiere, merkte Königsberger-Ludwig an.

„Die Zwischenbilanz des laufenden Programms im NÖ Landesdienst zeigt positive Trends. Dennoch bestehen in etlichen Bereichen immer noch Lücken zur gesetzlichen Zielvorgabe. Es bedarf daher auch weiterhin verstärkter Bemühungen.“ Zwar sei bei den Führungspositionen im Vergleich mit dem Jahr 2015 ein leichter Anstieg (+3 %) auf 25 Prozent Frauen zu verzeichnen, dennoch sei man vom vorgegebenen Ziel (45 %) noch ein weites Stück entfernt, berichtete Königsberger-Ludwig: „Besonders ins Auge sticht, dass es kaum Bewerberinnen um ärztliche Spitzenpositionen gibt. Auch ist der Frauenanteil in der kollegialen Führung der Landeskliniken weiterhin äußerst gering. So stehen beispielsweise zwei ärztlichen Direktorinnen 16 ärztliche Direktoren gegenüber.“

„Laut einer aktuellen Befragung im Auftrag der Österreichischen Ärztekammer machen Medizinerinnen die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf dafür verantwortlich. Fast zwei Drittel der Ärztinnen sehen Familienplanung und Kinderbetreuung als die größte Karrierehürde“, wünscht sich Königsberger-Ludwig den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen in den NÖ Landeskliniken: „Momentan bieten sechs von 27 Häusern eine Betreuungsmöglichkeit an. Zusätzliche Plätze würden Ärztinnen mit Sicherheit weniger zwingen, berufliche Nischen zu suchen, die im Einklang mit der Kinderbetreuung stehen.“

Verstärkten Handlungsbedarf sieht Königsberger-Ludwig auch im Bereich der Hearings- und Auswahlkommissionen für leitende und höhere Dienstposten. „Die geringe Anzahl weiblicher Mitglieder in diesen Gremien ist signifikant und bedauerlich.“ Eine weitere Chance für mehr weibliche Nachwuchskräfte liegt nach Ansicht der Landesrätin auch in der Einführung eines „Mentoring-Programms“, um den Pool weiblicher Kandidatinnen für Top-Führungsfunktionen auf Sicht zu vergrößern.

Abschließend richtete die Landesrätin einen Appell an die Gemeinden, sich am Gleichstellungs-Frauenförderprogramm zu beteiligen. „Viele größere niederösterreichische Städte haben sich schon mit eigenen Förderprogrammen freiwillig angeschlossen. Derzeit sind 22 Programme im Laufen. Auffallend weiße Flecken gibt es hingegen noch bei den mittleren Städten und Gemeinden“, so Königsberger-Ludwig.