SPÖ Niederösterreich

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Expertengipfel zum Thema Masern notwendig

Für NÖ Gesundheitslandesrätin Ulrike Königsberger-Ludwig offenbarte die heutige Konferenz der LandesgesundheitsreferentInnen in Villach die dringende Notwendigkeit, einen niederösterreichischen ExpertInnengipfel rund um das Thema Masern einzuberufen. „Die unterschiedlichen Ansichten, welcher Weg eingeschlagen werden soll, um die Viruserkrankung durch eine hohe Durchimpfungsrate von 95 Prozent auszurotten, zogen sich nicht nur quer durch alle Bundesländer, sondern auch unter uns Regierungsmitgliedern aus Niederösterreich waren die verschiedenen Zugänge offensichtlich. Zwar gab es Kompromissvorschläge, wie z.B. die verpflichtende Impfberatung im Mutter-Kind-Pass sowie einen leichteren Zugang zu den Impfungen, etwa in Apotheken oder Betrieben, trotzdem konnte kein einstimmiger Beschluss erzielt werden. Auch die ÖVP-Länder haben in der Frage der Impfpflicht eine völlig andere Meinung als die blaue Gesundheitsministerin Hartinger-Klein“, gibt Königsberger-Ludwig Einblick in die heutigen Beratungen.

Landesrätin Königsberger-Ludwig ist davon überzeugt, dass es besser sei aufzuklären und auf die Folgen hinzuweisen, als mit Pflicht und Sanktionen zu drohen. „Die Forderung, die Auszahlung der Familienbeihilfe mit einer Impflicht für Minderjährige zu koppeln, sehe ich bedenklich.“ Familien für die Grundbedürfnisse ihrer Kinder kein Geld mehr zu zahlen, sei der falsche Weg. Echte Impfgegner würden sich auch von dieser Maßnahme nicht überzeugen lassen, übt Königsberger-Ludwig Kritik an Vorschlägen, die in diese Richtung abzielen.

Außerdem zeigten aktuelle Zahlen, dass offenbar angesichts der medialen Präsenz die Impfungen gegen Masern seit Jahresbeginn sowohl im niedergelassenen Bereich als auch bei den Gesundheitsämtern der Bezirksverwaltungsbehörden signifikant angestiegen seien, erklärt Königsberger-Ludwig. „Ich bin der Meinung, dass Verpflichtungen immer auch Gegenwehr erzeugen und dass man Impfskeptiker, die Ängste haben, mit sachlichen Argumenten überzeugen sollte“, so Königsberger-Ludwig. Oft werde aber einfach auch auf Impfungen vergessen, so die Gesundheitspolitikerin. Wird die erste Teilimpfung noch von 95 Prozent in Anspruch genommen, fällt die Quote danach auf etwa 85 Prozent zurück. In diesem Zusammenhang plädiert Königsberger-Ludwig für Ursachenforschung. Darüber hinaus hegt Königsberger-Ludwig große Hoffnung, dass der elektronische Impfpass die Durchimpfungsrate verbessert: „Das Einladungs- und Recall-System des digitalen Impfnachweises wird das Impfbewusstsein stärken.“