SPÖ Niederösterreich

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Eltern haben bereits zehn Tage Urlaub verbraucht

„Kinder freuen sich auf die Ferien: Lange schlafen, keine Hausübungen und viel Zeit für Unternehmungen, die Spaß machen. Aber es gibt dabei einen Haken: Nicht alle Eltern können sich Urlaub nehmen oder haben Großeltern, die die Kinderbetreuung in den Ferien übernehmen können“, erklärt SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender LHStv. Franz Schnabl. So hätten viele Eltern in diesem Jahr seit Jänner mit den Weihnachts- und den Semesterferien bereits zehn Tage Urlaub verbraucht – Osterferien, Sommerferien, Weihnachtsferien und zusätzliche freie Tage würden rund 14 Ferienwochen ergeben. „Dem gegenüber stehen fünf Urlaubswochen der Eltern – Zeit, die Familien gerne gemeinsam verbringen wollen. Wir fordern, endlich die sogenannten VIF-Kriterien, den Vereinbarkeitsfaktor für Familie und Beruf, ernst zu nehmen und eine Öffnungszeit der Kinderbetreuungseinrichtungen von mindestens 47 Wochen umzusetzen“, sagt Schnabl.

Die Ankündigung von Schwarz-Blau, im Herbst eine zusätzliche Ferienwoche einführen zu wollen, stoße vielen Eltern sauer auf, sagt Landtagsabgeordnete und Bürgermeisterin von St. Valentin, Kerstin Suchan-Mayr: „Einzelne Fenstertage und schulautonome Tage können leichter mit Betreuung abgedeckt werden, als eine zusätzliche Ferienwoche. Sollten die Herbstferien tatsächlich kommen, dann ist begleitend dazu ein pädagogisch-qualitätsvolles Kinderbetreuungsangebot – ganztägig und kostenfrei – notwendig. Ein Angebot, das wir für alle Ferien brauchen, damit berufstätige Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wissen, wenn sie arbeiten müssen!“ Sie weist darauf hin, dass in St. Valentin im „TakaTukaLand ganztägige und kostenfreie Kinderbetreuung von 6.30 Uhr bis 17 Uhr angeboten wird.

„Oft erfordert die Organisation der Kinderbetreuung eine ausgeklügelte Logistik und eine hohe Bereitschaft von Familie und Freunden, aber auch ArbeitgeberInnen und KollegInnen, hier zu unterstützen.“ Dennoch gäbe es Situationen, „da ist mit dem Organisieren und Unterstützen Ende. Es ist dann fast unmöglich, sein Kind gut betreut unterzubringen“, weiß Schnabl. Suchan-Mayr und Schnabl weisen darauf hin, dass die Betreuungskosten derzeit monatlich mehrere hundert Euro ausmachen können: „Eltern mehrerer Kinder bleibt so unterm Strich kaum etwas, trotz höherem Arbeitsstundenausmaß. Dazu hat die Regierung auch noch den Kindergartenausbau zurückgefahren. Damit werden gerade Frauen noch mehr in Teilzeitarbeit gedrängt – weniger Lohn und weniger Pension sind die Folgen.“ Der Kinderwunsch dürfe nicht an mangelnder Vereinbarkeit von Familie und Beruf scheitern – „hier hat die Politik eine Verantwortung, um für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen“, ruft Schnabl die schwarz-blaue Regierung sowie die ÖVP NÖ zu größeren Anstrengungen auf.

Die finanziellen Mittel für den Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen müssten aufgestockt werden. Denn qualitativ hochwertige, zeitlich flexible und kostenfreie Kinderbetreuungsplätze werden auch im Wettbewerb um die besten Arbeitsplätze und im Kampf gegen die Abwanderung immer wichtiger, weiß Suchan-Mayr: „Denn ein Kriterium für die ArbeitnehmerInnen ist längst nicht mehr ausschließlich der Verdienst – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat für die ArbeitnehmerInnen in Bezug auf die Jobauswahl und die Wahl des Wohnsitzes hohe Priorität.“

„Gute Wirtschaft und ein soziales Niederösterreich brauchen eine gute Kinderbetreuung. Deshalb ist es wichtig, dass wir in unserem Bundesland flächendeckend qualitative Kinderbetreuungseinrichtungen anbieten, mit erweiterten Öffnungszeiten und flexiblen Bring- und Abholzeiten. Es braucht endlich echte Wahlmöglichkeiten: Mit einer kostenfreien Betreuung und ganztägigen Betreuungsplätzen, die dem Arbeitsleben entsprechen, stärken wir diese für alle Frauen und Männer“, plädiert SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender Franz Schnabl für eine Lösung im Sinne aller Eltern und Kinder.