SPÖ Niederösterreich

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Beste Bildung für alle Kinder!

„Wir brauchen eine Schule, die unseren Kindern nützt, in der sie glücklich sowie neugierig sind und in allen ihren Talenten gefördert und gefordert werden“, betonte SPÖ NÖ Landesparteivorsitzender, LHStv. Franz Schnabl heute, Mittwoch, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit NR Sonja Hammerschmid, SPÖ-Bildungssprecherin im Hohen Haus und Zweite auf der niederösterreichischen Landesliste für die kommende Nationalratswahl am 29. September.

Die kommende Wahlauseinandersetzung werde in vielen Fragen des Lebens die künftige Marschroute bestimmen, meinte Schnabl. Die Neuauflage von Schwarz-Blau sei nicht vom Tisch und damit das Comeback ihrer arbeitnehmerfeindlichen Politik eine aufrechte Gefahr. „Wir wollen hingegen Chancengerechtigkeit, beste Bildung und spürbare Verbesserungen für das tägliche Leben erreichen. Dazu werden wir in den kommenden Wochen für unsere Ideen zu den Themen Arbeit, Bildung und Sicherheit laufen und unsere zukunftsorientierten Pläne klar positionieren,“ kündigte Schnabl an.

Ein deutlicher Schwerpunkt in der sozialdemokratischen Wahlbewegung liege im Bestreben, die Perspektiven junger Menschen verbessern zu wollen, damit sie einen guten Start in ein selbstbestimmtes Leben hätten – auch im Hinblick auf die kommenden Herausforderungen im Zusammenhang mit Digitalisierung und E-Mobilität, merkte Schnabl an: „Dafür brauchen wir aber ein sozial faires Bildungssystem, weil es ohne Bildung keine Chance auf eine gesicherte und erfolgreiche Zukunft gibt.“ Bildung müsse für alle zugänglich und leistbar sein, so Schnabl, das Einkommen der Eltern dürfe nicht über den Ausbildungsweg entscheiden.

SPÖ-Bildungssprecherin Hammerschmid wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass jedes Kind die beste Bildung erhalten und in seinen Talenten und Potenzialen bestmöglich gefördert werden solle. „Es ist inakzeptabel, dass das Kind schuld ist, wenn es etwas nicht versteht. Schlechte Noten sind das Problem der Schule und nicht der SchülerInnen und ihrer Eltern“, macht sich die ehemalige Bildungsministerin für einen Paradigmenwechsel in den Köpfen stark.

Ausbau der Ganztagsschulen notwendig

Speziell übte Schnabl am bildungspolitischen Kurs unter Sebastian Kurz scharfe Kritik: „Beim Ausbau der Ganztagsschule wurden die Mittel faktisch halbiert sowie bei Förderstunden und Integrationsbemühungen an Schulen massiv gestrichen. Die Verbesserung der Kinderbetreuungsangebote besaß keine Priorität und die Digitalisierung an Schulen fristete - trotz eines fertigen Maßnahmenpakets, das noch unter der Bildungsministerin Sonja Hammerschmid erarbeitet wurde - ein stiefmütterliches Dasein.“ Eine erste spürbare Folge dieser bildungspolitischen Retropolitik seien mehr und mehr SchülerInnen, die Lerninhalte ohne fremde Hilfe nicht mehr begreifen würden. Fast 33.500 Schülerinnen und Schüler hätten im letzten Schuljahr in Niederösterreich bezahlte Nachhilfestunden nehmen müssen, berichtete Schnabl.

„Der wachsende Bedarf an Lernunterstützung wird einzig und allein mit dem Ausbau der Ganztagsschule in Griff zu bekommen sein“, ist sich Hammerschmid sicher. Sie forderte daher ein flächendeckendes Angebot in Niederösterreich, das es ermöglicht, im Umkreis von 20 Kilometern eine Ganztagsschule besuchen zu können. „Außerdem ist kurzfristig die Erhöhung von kostenlosen Förderstunden in Angriff zu nehmen, um die Lernergebnisse zu verbessern und den Bedarf an Nachhilfe zu senken“, erklärte Schnabl, der vor zwei Jahren das erfolgreiche Pilotprojekt "Nachzipf? Ich schaff das!" in Niederösterreich initiierte.

Ein weiterer Punkt des sozialdemokratischen Bildungskonzeptes beinhaltet die Einführung eines sogenannten Chancenindex. „Wir haben in Niederösterreich unterschiedliche Regionen mit unterschiedlichen Schülerinnen und Schülern. Auf diese Unterschiede ist einzugehen und auch der finanziellen Mitteleinsatz danach anzupassen. Je höher der Förderbedarf, desto mehr LehrerInnen und Unterstützungspersonal soll es geben. Mehr Unterstützung dort, wo mehr Hilfe benötigt wird“, skizziert Hammerschmid das Modell, welches zu einer Aufwertung von Schulstandorten, in denen alle gleich gut gefördert werden, und zu besseren Bildungserfolgen der Schüler und Schülerinnen führen soll.

Abschließend sprachen sich Hammerschmid und Schnabl gegen ein Gerangel um knappe Gymnasiumsplätze und gegen ein Schulsystem, wo ein „Gut“ im Zeugnis eines Volkschulkindes schon zum Drama wird, aus. „Jedes Kind soll in unserem Bildungssystem die gleichen Chancen haben. Dafür ist es notwendig, den Kindergarten zur ersten Bildungseinrichtung auszubauen und durch eine Gemeinsame Schule für 6- bis 14-Jährige ein zu frühes ‚Aussortieren‘ von Kindern zu verhindern“, so Hammerschmid und Schnabl unisono.