SPÖ Niederösterreich

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Berufsschulen mit Tablets und WLAN ausstatten

Die duale Lehrausbildung in Österreich ist international hoch beachtet und wurde für viele Länder zum Vorbild. Allerdings ist seit längerer Zeit das Interesse an einer Lehre tendenziell rückläufig – und dies nicht nur, weil Berufsschulen heutzutage zu den schlechtesten ausgestatteten Schultypen zählen. Angesichts dieser Entwicklung fordert Sonja Hammerschmid, SPÖ-Bildungssprecherin im Hohen Haus und Zweite auf der niederösterreichischen Landesliste für die kommende Nationalratswahl, der Lehre wieder mehr Wertschätzung zu geben: „Die Verbesserung der Lehre und die Bekämpfung des Fachkräftemangels sind aktuelle Herausforderungen, die stärker ins Blickfeld gerückt werden müssen, weil eine moderne Lehrausbildung wichtig für den Wirtschaftsstandort und die Zukunft unseres Landes ist.“

„Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz sind in allen Lebensbereichen angekommen, ganze Berufsbilder wie beispielsweise im Bankenbereich sind verschwunden bzw. unterliegen tiefgreifenden Änderungen. Wir sehen zurzeit nur die Spitze des Eisbergs. Die richtigen Antworten auf diese hohe Dynamik gilt es zu finden. Digitale Kompetenzen müssen nicht nur Teil jeder Lehrlingsausbildung werden. Auch infrastrukturell muss darauf reagiert werden. Bereits jetzt gibt es eine Kluft zwischen jenen Betrieben, die wenig digitalisiert sind und solchen, welche die Digitalisierung bereits stark nutzen. Solche Unterschiede müssen im Zuge der Berufsschule bestmöglich kompensiert werden, um auch später fit für den Arbeitsmarkt zu sein. Dazu ist aber eine entsprechende Ausstattung mit Tablets und WLAN an den Berufsschulstandorten notwendig“, pocht Hammerschmid auf ein digitales Ausbaupaket. Zudem müsse eine Evaluierung und Aktualisierung der Lehrberufsliste in Angriff genommen werden. Breitere Grundausbildung und eine darauf aufbauende Modularisierung zur Spezialisierung ermöglichten den Absolventen mehr Spielraum, meint Hammerschmid, um sich in der Arbeitswelt von morgen flexibel bewegen zu können.

Für Hammerschmid braucht es mehr Ressourcen, mehr Anreize und eine bessere Durchlässigkeit: „Anders als die türkis-blaue Ibiza-Koalition, die einerseits die Lehrlingsentschädigung in der überbetrieblichen Lehrausbildung massiv kürzte und andererseits den Druck am Arbeitsmarkt mittels Billigarbeitskräfte durch die Änderungen bei der Mangelberufsliste erhöhte, wollen wir eine qualitativ hochwertige Ausbildung anbieten.“ Die Lehrausbildung dürfe keine Endstation sein. Der Bildungsweg müsse offenbleiben, auch in Richtung Hochschulabschluss, unterstreicht Hammerschmid: „Darüber hinaus wollen wir eine regelmäßige Überprüfung des Ausbildungsfortschritts durch Kompetenzchecks für Lehrlinge, damit die Erfolgsquote bei der Lehrabschlussprüfung stimmt samt einem Rechtsanspruch auf Lehrabschlussprüfungen innerhalb eines Monats nach Ende der Berufsschule und garantierte Dienstfreistellungen zur Prüfungsvorbereitung. Wichtig ist auch: Der Antritt zur Lehrabschlussprüfung muss gratis sein.“

„Außerdem ist sicherzustellen, dass Lehrlinge fair behandelt werden. Die Arbeitsbedingungen in den Betrieben müssen entsprechend gestaltet sein und verbotene Überstunden unterbunden werden. Fairness ist aber auch bei der Bezahlung ein unerlässliches Thema. Wir fordern daher ein höheres Einkommen ab dem 1. Lehrjahr, nämlich mindestens 850 Euro“, so Hammerschmid abschließend.

Weitere Informationen zum SPÖ-Lehrlingspaket finden Sie unter: https://www.spoe.at/2019/09/09/karriere-mit-lehre/